Ich führte ein Interview mit Elisabeth Andersohn, die an der Humboldt-Universität Gebärdensprache und Gehörlosenkultur studiert. Das erzählte sie mir:

 

Es leben rund 80.000 Gehörlose in Deutschland, wahrscheinlich um die 8.000 in Berlin. Für sie gibt es viele Hindernisse im Alltag. Zum Beispiel Veranstaltungen ohne Gebärdendolmetscher. Wie würdest du als gehörloser Mensch nach dem Weg oder der Uhrzeit fragen, wenn du nicht sprechen und die Antwort nicht hören könntest?

Doch diesen Leuten wird auch geholfen, zum Beispiel durch Kurse in denen sie Sprechen oder Lippenlesen lernen. Das ist schwer, aber eine Lösung. Geführt werden diese Kurse durch Leute, die selber gehörlos sind oder gehörlose Eltern haben. Genauso gibt es Gebärdenkurse für Hörende. Wenn man täglich genug übt, kann man nach einem Jahr schon ein einfaches Gespräch mit einem Gehörlosen führen und beherrscht nach drei Jahren die meisten Vokabeln.

Das alles ist nicht erforderlich, um als Nichthörender das Manos im FEZ zu besuchen. Denn das ist das Fest der Hände und weil man Gebärdensprache größtenteils mit den Händen spricht, wird auf der Bühne alles übersetzt.

 

Elisabeths Workshop im FEZ war “ Gebärdensingen“. Doch wie geht das? Das lernte man anhand eines Liedes aus einem Musical. Danach erzählte sie, wie sie und der Gebärdenchor beim Liederübersetzen vorgehen. Als erstes stellen sie den Text so um, dass er für die Gehörlosen verständlich ist und üben dann die entsprechenden Gebärden.

 

Ich hoffe, dass es nächstes Jahr wieder ein Handfest geben wird, da das Bühnenprogramm und auch die anderen Workshops sehr interessant und schön waren.

FG

Interview mit einer Gebärdensprachstudentin

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